Gaming in stereoscopic 3D – Teil 3

Im Jahre 2019 erfreuen wir uns immernoch am Gaming in stereoskopischem 3D. Dieser Artikel hat all jene im Sinn, die ihre Computerspiele noch realistischer erleben möchten. Auch Novizen sollen die Chance erhalten, die Thematik zu durchschauen. Der Artikel teilt sich in 3 Teile und wird fortlaufend ergänzt. Teil 1 fasst kurz die Technik zusammen und soll absoluten Neulingen helfen eine eigene Meinung zu bilden. In Teil 2 gebe ich einen Marktüberblick über die notwendige Hardware. In Teil 3 werfen wir einen Blick auf die Software und geht auf die Einsatz von reshade in Verbindung mit Depth3D ein.

Im ersten Teil haben wir uns grundlegend mit dem Thema Gaming in stereoscopic 3D auseinander gesetzt und einige Fallstricke beleuchtet.
Im zweiten Teil sind wir grob auf mögliche Hadware eingegangen.
Im dritten und letzten Teil dieser Serie werden wir ein Spiel in stereokopischem 3D auf den Fernseher zaubern. Der Artikel wird kurz beleuchten, was von Seiten der Hardware benötigt wird und mit welcher Software sich beinahe jedes 3D Spiel in stereoskopischem 3D darstellen lässt.

In meiner Konfiguration haben wir einen handelsüblichen Computer mit einem 3,5 GHz Intel Prozessor aus der 4. Generation Core-i. Die Grafikkarte ist eine MSI 1060 mit 6GB Arbeitsspeicher. Auch 2019 noch eine brauchbare Grafikkarte die im idle sehr sparsam arbeitet.
Als Display kommt ein günstigerer Philips Fernseher aus dem Jahre 2014 zum Einsatz. Fernseher und Computer sind mit einem HDMI 1.4 Kabel verbunden. Es sollte jedoch jedes andere HDMI und DVI Kabel (wenn vorhanden auch Display-Port) funktionieren.
Ob der Sound ebenfalls über das HDMI-Kabel an den Fernseher oder gesondert ausgegeben werden soll ist eine Geschmacksfrage. Manche Spiele wirken mit Kopfhörern eine Prise intensiver.

Nun haben wir die Hardware aufgebaut. Wie kommen wir also in den Genuss von 3D?
Wir brauchen natürlich eine Software! Genauer gesagt reshade.
Linux NutzerInnen sind zunächst nicht inkludiert. Mit ganz viel Experimentierfreude soll es aber unter Wine möglich sein reshade zu emulieren – habe ich aber nicht getestet.
Die Software Reshade kombinieren wir mit dem Framework Depth 3D.
Depth 3D ist aber nur zu einer älteren Version von reshade kompatibel. Die müssen wir uns in Internetarchiv heraus suchen. Ich habe das einmal gemacht und das ist der Link zu reshade 3.4.1 (https://web.archive.org/web/20181118071302/https://reshade.me/downloads/ReShade_Setup_3.4.1.exe).
Depth 3D downloaden wir von BlueSkyDefenders github herunter (https://github.com/BlueSkyDefender/Depth3D/archive/master.zip).

Und dann geht alles ganz schnell – hoffentlich. Ich habe als Beispiel Das Spiel The Witcher 3 ausgewählt.
ReShade_Setup_3.4.1.exe ausführen…

…und die Exe-Datei des Spiels suchen…

…und auswählen.

GOG-Spiele beispielsweise liegen meist im Ordner C:/GOG Games/. witcher3.exe auswählen und bestätigen.

Nun müssen wir noch entscheiden, ob das Spiel DirectX9 verwendet oder eine Version ab DirectX10 aufwärts nutzt. OpenGL steht auch zur Wahl, kommt aber eher selten zum Einsatz. Vulkan wird nicht angeboten.

Nach klick auf eine der Optionen werden auch schon alle benötigten Dateien in den Zielordner kopiert. Weitere Shader müssen nicht herunter geladen werden – können aber die Optik eines Spiels aufhübschen.

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Fehlt nur noch Depth 3D und wir sind fast fertig. Aus dem master.zip, das wir von github herunter geladen haben benötigen wir die Datei SuperDepth3D.fx.

Diese kopieren wir in das Gameverzeichnis. Direkt neben das Spiel.

Nun starten wir das Spiel und sehen irgendwann am oberen Rand des Bildschirms einen großen grauen Kasten mit der Meldung, das Tastenkombination „Shift + F2“ das reshade-Menü öffnet.

Nicht wundern, das Menü sieht etwas rustikal aus.

Im Menü müssen wir als erstes eine ini anlegen, in der die Konfigurationen unserer Shader gespeichert werden.
Wir geben der ini also irgend einen sinnstiftenden Namen, z.B. TheWitcher3reshade.ini.

Nun sollte eine Ansicht erscheinen, in der wir unter anderem SuperDepth3D aktivieren und konfigurieren können.

Nachdem wir SuperDepth3D angehakt (aktiviert) haben. Sollte sich die Ansicht des Spiels ändern.

Nach belieben können wir die stereoskopische Ansicht konfigurieren.

Ich habe zum Beispiel auf Top and Bottom umgestellt, da diese Einstellung eher zu (m)einem passiven Display passt. Line interlaced produziert leider unschöne Ghosting-Bilder, wäre aber der eleganteste Weg ohne den Fernseher manuell umstellen zu müssen.

Sollte ein Spiel dreidimensionall falsch nachgezeichnet werden, kann es helfen die Depth-Map um zu schalten. Bei The Legend of Zelda – Breath of the Wild, das mit cemu auf dem PC emuliert werden kann, ist diese Einstellung hilfreich.

Hier noch einige Bilder aus The Witcher 3:

Startscreen in Top-Bottom-3D
Startscreen einfache Darstellung
In-Game, Top-Bottom, stereoscopic 3D
Zum Vergleich: einfache Darstellung
Side-by-Side stereoscopic 3D

Und bevor ich es vergesse: Depth 3D kann dazu genutzt werden die 3D-Darstellung für die Nutzung in VR-Brillen aufzubereiten. Dazu wird zusätzlich die Datei Polynomial_Barrel_Distortion.fx aus der Depth3D-master.zip in das Spielverzeichnis kopiert und liegt dann mit der oberhalb erwähnten SuperDepth3D.fx gemeinsam in einem Ordner. Barrel-Distortion kann dann zusätzlich aktiviert werden (wie gewohnt Alt+F2 im Spiel drücken und im erscheinenden Menü konfigurieren). Es ist darauf zu achten, das beide Shader entsprechend konfiguriert sind (z.B. beide auf Side-by-Side eingestellt).

Und zu guter Letzt eine hochwissenschaftliche Erklärung, zur Funktionsweise von reshade und Depth 3D: Es sind Shader. Gemäß einer populärwissenschaftlichen Definition sind Shader schwarze Magie, welche die Darstellung in einer Grafikkarte verändert. Alles klar?!

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