Gaming in stereoscopic 3D – Teil 2

Im Jahre 2019 erfreuen wir uns immernoch am Gaming in stereoskopischem 3D. Dieser Artikel hat all jene im Sinn, die ihre Computerspiele noch realistischer erleben möchten. Auch Novizen sollen die Chance erhalten, die Thematik zu durchschauen. Der Artikel teilt sich in 3 Teile und wird fortlaufend ergänzt. Teil 1 fasst kurz die Technik zusammen und soll absoluten Neulingen helfen eine eigene Meinung zu bilden. In Teil 2 gebe ich einen Marktüberblick über die notwendige Hardware. In Teil 3 werfen wir einen Blick auf die Software und geht auf die Einsatz von reshade in Verbindung mit Depth3D ein.

Die Rennsimulation Assetto Corsa in Top-Bottom-3D (Videoqualität entspricht nicht annähernd der tatsächlichen In-Game-Grafik)

Im ersten Teil dieser Serie über Gaming in stereoskopischem 3D habe ich kurz in die grundlegenden Dinge der Technik eingeführt und auf einige Fallstricke hingewiesen.
Dieser Teil beschäftigt sich mit der benötigten Hardware.

Was brauche ich nun alles zum 3D daddeln? Nicht viel! Und wenn du clever bist, wird es nicht einmal teuer. So viel sei jedoch gesagt: kommen gewisse Ansprüche hinzu kann es jedoch ein teures Hobby werden.

Die wohl einfachste und günstigste Konfiguration stellt der 3D Fernseher dar. Die Sache hat jedoch mindestens einen Haken. Es gibt am Markt keine neuen Geräte mehr. Was uns zu potentiellen GebrauchtkäuferInnen macht. Unter dem ökologischen Aspekt auch keine schlechte Idee. Wichtig es es auf das Alter des Geräts zu achten. Und darauf, ob aktive (elektronische) Shutterbrillen zum Einsatz kommen sollen oder einfachere Geräte mit Polarisationsfiltern, sogenannte passive Geräte.
Übrigens: Mit Panels von LG konnten die iSense Brillen aus dem Kino weiter genutzt werden, sodass Großfamilien kostengünstig in den 3D-Genuss kamen.

Letztere haben den Vorteil, dass die Brillen nicht erst aufgeladen werden müssen. Die Auflösung pro Auge halbiert sich jedoch, da gerade Bildzeilen für ein Auge und die ungeraden Bildzeilen für das andere Auge genutzt werden. Passive Display-Panels gab es üblicherweise von LG. Verbaut wurden diese vor allem von LG und Phillips. Weitere Passiv-Geräte wurden unter anderem von TechniSat, Metz und Grundig vertrieben.

Alle anderen Hersteller(Sony, Panasonic, Samsung, Loewe aber auch Metz und Grundig) setzten im wesentlichen auf aktive Displays mit Shutter-Brille. Diese Geräte haben den Vorteil, dass sie mit höheren Bildfrequenzen arbeiten und jedes Auge prinzipiell ein Full-HD Bild gezeigt bekommt.

Als Alternative zum Fernseher bieten sich 3D-fähige PC-Monitore an. Auch diese gibt es als aktive und passive Geräte. Die Passiven sind beinahe komplett vom Markt verschwunden. Gegen aktive Geräte, insbesondere mit NVidid 3D-Vision Support spricht, dass NVidia angekündigt hat den Support bis 2020 in seinen Grafiktreibern einzustellen.

Beinahe sämtliche Softwareanbieter für stereoskopisches 3D haben ihre Produkte vom Markt abgezogen, ohne in Erwägung zu ziehen ihre Programme quelloffen zur Verfügung zu stellen, sodass kompetente NutzerInnen hätten es für alle anderen zugänglich machen können.

Was uns automatisch zu den modernen VR-Brillen führt. Diese bieten den Vorteil, Headtracking nutzbar zu machen, was zu einem noch intensiveren Spielgefühlt führt.
Eine HTC Vive Cosmos inklusive 2 Controller kostet um die 800 Euro. Außerdem sind nicht alle Spiele mit allen Brillen kompatibel. Die Auswahl auch an aufwändigeren Titeln ist mitlerweile ganz ordentlich. Oculus Rift, HTC Vive und Primax 5k unterstützen alle OpenVR. Eine gewisse Grundkompatibilität ist somit gegeben.
Wer eine PlayStationVR-Brille besitzt kann diese unter umständen mit der Software PSVR am PC nutzen (worauf ich nicht weiter eingehe – es sei denn jemand möchte mir eine entsprechende Brille ausleihen).

Wer unbedingt VirtualReality erleben möchte, kann eine der besseren VR-Brillen von Oculus (gehört übrigens zu Facebook) oder HTC/Valve kaufen. Im Moment sind die weder zu Empfehlen noch sind sie wirklich ungeeignet. Da noch immer größere technologische Sprünge bei der Auflösung und der Technologie insgesamt erfolgen, scheint sich der Markt noch immer zu konsolidieren. Das optimale Produkt mit dem sich auch Otto Normal anfreunden kann gibt es noch nicht.

Und es gibt eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Muss es VR sein oder reicht einfaches 3D am Bildschirm. Shutterbrillen lohnen sich nicht mehr wirklich, da es in Zukunft keine Spiele mehr geben wird, die von den hoch aufgelösten Bildern pro Auge profitieren. Anmerkung: Ich gehe in dieser Artikelserie davon aus, dass möglichst viele Spiele in stereoskopischem 3D ermöglicht werden sollen. Auch solche, die ursprünglich nicht nativ für diese Darstellung entwickelt wurden. So besitzen beispielsweise eine Reihe von Spielen aus der Zeit um 2010 und etwas später einen stereoscopic 3D Modus – zumindest auf bestimmten Grafikkarten. Leider gibt es keine umfassende Dokumentation, welches Spiel auf welcher Hardware stereoscopic 3D unterstützt.

Wir sind also gezwungen Kompromisse einzugehen. Entweder wir verzichten auf eine hohe Auflösung, kaufen gebraucht ein verhältnismäßig günstiges Display oder wir investieren viel Geld für eine VR-Brille und nehmen in Kauf, das die Technologie noch nicht ganz ausgereift ist.

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