Gaming in stereoscopic 3D – Teil 1

Im Jahre 2019 erfreuen wir uns immernoch am Gaming in stereoskopischem 3D. Dieser Artikel hat all jene im Sinn, die ihre Computerspiele noch realistischer erleben möchten. Auch Novizen sollen die Chance erhalten, die Thematik zu durchschauen. Der Artikel teilt sich in 3 Teile und wird fortlaufend ergänzt. Teil 1 fasst kurz die Technik zusammen und soll absoluten Neulingen helfen eine eigene Meinung zu bilden. In Teil 2 gebe ich einen Marktüberblick über die notwendige Hardware. In Teil 3 werfen wir einen Blick auf die Software und geht auf die Einsatz von reshade in Verbindung mit Depth3D ein.

Warum stereoskopisches 3D? Viele Computerspiele sind doch ohnehin „3D“? Ja stimmt! Der nutzen von stereoscopic 3D ist eingeschränkt. Es gibt nur wenige Spiele Genre, in denen das Daddeln mit 3D-Brille (egal ob Fernseher oder VR-Brille inklusive Headtracking) wirklich Sinn ergibt.

Wirklich sinnvoll ist 3D bei Spielen, die Stimmung durch enge Räume erzeugen. Wirklich krass beeindruckt(!) hat mich beispielsweise Tomb Raider (2013). Enge Tunnel wirken noch eine Schippe bedrohlicher. Das Gefühl, an der Spielwelt Teil zu haben ist noch einmal intensiver als auf dem flachen Bildschirm.

Spiele, die wirklich von 3D profitieren sind sämtliche Spiele, in denen räumliche Entfernungen abgeschätzt werden müssen. Dies kann das Bogenschießen in Zelda Breath of the Wild sein, oder ein schnelles Rennspiel, bei dem es mit 3D-Brille tatsächlich leichter fällt das Fahrzeug in den Streckengrenzen zu bewegen.

The Legend of Zelda – Breath of the Wild, In-Game mit stereoskopischem 3D unter Verwendung von ReShade + Depth3D

Natürlich kann das Gehirn auch aus einem zweidimensionalen Bewegtbild mit Leichtigkeit ein dredimensionales Bild „errechnen“, jedoch tritt beim Spielen mit 3D-Brille die intuitive räumliche Wahrnehmung weitaus stärker in den Fordergrund.

In die Röhre guckst Du übrigens, wenn du nicht räumlich gucken kannst. Ja das gibt es und es ist keine Seltenheit! In diesem Fall hilft es zu testen, ob ein 3D-Fernseher, bzw. eine VR-Brille für dich eine Erleichterung darstellt, bzw. erst das richtig intensive Daddeln von 3D Spielen ermöglichen.

Richtig und wichtig ist die Erkenntnis, dass unser Gehirn erst lernen muss mit stereoskopischen 3D Bildern umzugehen. Das ist ganz einfach erklärt. Das Augenpaar erhält für jedes Auge das passende Bild. Dennoch bleibt die Projektion auf einer zweidimensionalen Fläche erhalten und die Tiefeninformation wird aus der Winkelstellung des Auges, Lichtreflexionen auf den Objekten sowie Schattenwurf, der Akkomodation und bestimmt noch einigem mehr ermittelt. Eine echte räumliche Tiefe, auf die das Augenpaar scharf stellen kann (z.B. Vordergrund vs. Hintergrund) fehlt logischerweise. Das ist übrigens auch der Grund weshalb gutes 3D Material in allen Tiefenebenen scharf sein sollte. Der Versuch auf einen unscharfen Vordergrund zu fokussieren ist für das Gehirn verwirrend.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist, dass die Bilder für das linke und das rechte Auge nicht vertauscht werden dürfen. Sollte ein stereoskopisches 3D Bild einmal irgendwie seltsam-komisch aussehen und das Gehirn überfordern, kann es sein, dass lediglich die Bildquellen für das linke und das rechte Auge vertauscht werden müssen und es passt wieder. Tipp: nicht zu früh aufgeben und herumprobieren ob es an den Einstellungen liegt, wenn das Bild irgendwie nicht stimmt.

Ob stereoskopisches Spielen den Suchtfaktor erhöht wage ich zu bezweifeln. Es kann aber durchaus sein, dass ein intensiveres Spielgefühl, die Spielmotivation auf einzelne Titel bezogen erhöht. Aus meiner Erfahrung sind Spiele generell eher Motivations(Sucht-)fördernd, oder eben nicht. Wobei der Trend von Seiten der Spieleindustrie in jüngster Zeit klar in Richtung Suchtförderung geht!

Tipp: Kinder sollten nur selten allein spielen. Für den Fall, das den kleinen Brett- und Kartenspiele irgendwann nicht mehr zeitgemäß erscheinen, und es sie vor den Bildschirm zieht, gibt es eine Reihe von Spielen, die als Gruppe gespielt werden.

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